Tageseltern - Bewilligung

Allgemeine Information

Tageseltern (Tagesmütter oder Tagesväter) sind eigenberechtigte Personen, die Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr regelmäßig und entgeltlich während des Tages individuell im eigenen Haushalt betreuen, mit Ausnahme von Personen, die zum Kind bis zum dritten Grad verwandt oder verschwägert, Wahleltern, Pflegeeltern oder Obsorgeträger des betreuten Kindes sind.

Erforderliche Unterlagen

Der Antrag auf Erteilung einer Bewilligung zur Betreuung von Tageskindern muss Folgendes enthalten:

Angaben über die persönliche Eignung und die erforderliche Ausbildung;
Angaben über die Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse an den in Betracht kommenden Räumlichkeiten des eigenen Haushalts sowie eine Beschreibung der Lage, der Größe und der Ausstattung der Räumlichkeiten;
Angaben über die beabsichtigte Anzahl und das Alter der Tageskinder, die Raumnutzung und die zur Verfügung stehenden Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten;

Dem Antrag muss beigelegt werden:
Ausführlicher Lebenslauf
Bestätigung über die Absolvierung der Grundausbildung bzw. Beginn der Grundausbildung
Ärztliche Bestätigung von allen erwachsenen Haushaltsangehörigen
Einverständniserklärung für die Strafregisterabfrage von allen erwachsenen Haushaltsangehörigen

Im Einzelfall und für Nicht-EU-Bürgerinnen/Nicht-EU-Bürger können weitere Unterlagen erforderlich sein, wie z. B. eine Niederlassungsbewilligung

Fristen

Es gibt keine gesetzlichen Fristen.

Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlagen: Salzburger Kinderbetreuungsgesetz 2007, LGBl. Nr. 41; Salzburger Tagesbetreuungs-Verordnung, LGBl. Nr. 66/2002; jeweils in der geltenden Fassung.

Voraussetzungen

Wenn nur Kinder im Vorschulalter in der Tagesfamilie sind, darf die Höchstzahl von vier Kindern (eigene Kinder mit eingerechnet) nicht überschritten werden. Erfolgt die Betreuung von zum Teil älteren Kindern, so kann die Höchstzahl mit bis zu sechs Kindern festgelegt werden, wenn diese Kinder nicht ausschließlich ganztägig betreut werden.

Tageseltern brauchen die Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde (Kinder- und Jugendhilfe) und eine spezielle Schulung.

Tageseltern müssen eine durch Schulung erworbene fachliche Eignung für die Tagesbetreuung besitzen und in der Lage sein, ausreichend Zeit und Kraft für die in Tagesbetreuung übernommenen Kinder (Tageskinder) aufzuwenden. Die Schulung umfasst zur Zeit (Stand 01/2016) 334 Stunden inkl. 80 Stunden Praktikum nach dem Gütesiegel des Bundesministeriums für Familie und Jugend. 

Bei der Tagesmutter oder dem Tagesvater oder bei einer in Wohngemeinschaft mit diesen lebenden Person darf insbesondere keiner der nachfolgenden Umstände vorliegen:
- ansteckende, schwere körperliche Erkrankung oder Sucht;
- schwere chronische körperliche Erkrankung, psychische Krankheit oder geistige Beeinträchtigung; dies gilt nicht für Haushaltsangehörige, die während der Betreuungszeit abwesend sind, oder in Abhängigkeit von der Schwere der geistigen Beeinträchtigung von Haushaltsangehörigen, wenn die Tagesmutter oder der Tagesvater die notwendige psychische Stärke aufweist und ausreichend Zeit für die Betreuung des Tageskindes hat;
- Vorstrafen, die das Wohl des Kindes gefährdet erscheinen lassen;
- erkennbare Mängel in der Betreuung eigener Kinder;
- sonstige Gründe, die das Wohl des Tageskindes gefährdet erscheinen lassen, zB Pflegefall in der eigenen Familie, der nicht ausreichend Zeit für das Tageskind zulässt.

Hat die Tagesmutter oder der Tagesvater eigene Kinder, die das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, soll zum Tageskind ein Altersunterschied von mindestens einem Jahr bestehen, um die notwendige intensive Betreuung sicherzustellen.

Tageseltern muss geeigneter Wohnraum oder Betriebsräumlichkeiten auf Dauer zur Verfügung stehen.

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Zuständige Stelle

Bezirksverwaltungsbehörde

Zur Abklärung und als Entscheidungshilfe wird empfohlen, vor der schriftlichen Antragstellung einen Termin für ein persönliches Informationsgespräch zu vereinbaren. Im Zuge des Bewilligungsverfahrens finden zumindest ein weiteres Gespräch und ein Hausbesuch statt.

Rechtsbehelfe

Gegen einen Bescheid ist eine Beschwerde zulässig. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen bei der Behörde schriftlich einzubringen, die den Bescheid erlassen hat. Die Frist beginnt mit der erfolgten Zustellung der schriftlichen Ausfertigung bzw. im Fall der mündlichen Verkündung mit dieser.

Die Beschwerde hat weiters den Bescheid zu bezeichnen, gegen den sie sich richtet, sowie die belangte Behörde, die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, das Begehren sowie die Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist, zu enthalten. Eine Beschwerde ist nicht mehr zulässig, wenn nach der Zustellung oder Verkündung des Bescheids von der Partei ausdrücklich auf die Beschwerde verzichtet wurde.

Im Übrigen enthält jeder Bescheid eine Rechtsmittelbelehrung, die die Information enthält, bei welcher Behörde und innerhalb welcher Frist das Rechtsmittel eingebracht werden muss.

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Letzte Aktualisierung

29.03.2021

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